Die Pokale als Vorführung unseres Scheiterns

24. Oktober 2011

Meine Mutter ist wirklich alles andere als subtil. Gestern wollte sie, dass ich das Gästezimmer sauber mache. Und das will sie jedes Mal. Das Gästezimmer ist nämlich das Zimmer, in dem all ihre Pokale stehen von früher. Pokale von Vereinsmeisterschaften und Pokale von Cups, Pokale, die sie alle in der Blüte ihrer Karriere gewonnen hat. Und ich hasse es, diese blöden Pokale alle abzustauben und zu polieren, denn darauf besteht sie. Ich glaube, sie will, dass ich die Pokale sehe und ganz plötzlich, nach so circa 13 Jahren, bemerke, dass ich Tennis doch unglaublich liebe und endlich meine Sportkarriere beginnen will. Was denkt sie sich nur dabei? Sie kann sich ihre scheiß geliebten Pokale sonst wo hinstellen oder hinstecken, mich juckt das kein bisschen. Von mir aus kann sie die Pokale alle in den Restmüll schmeißen. Tschüss für immer. Und genau deswegen bekommen wir uns immer so wahnsinnig in die Haare. Sie sieht mich nicht als eigenständige Persönlichkeit an, nein. Ich bin ihre Fortsetzung. Oder eher gesagt, ihre bockige, rebellische, gescheiterte Fortsetzung. Was ihr natürlich gar kein bisschen gefällt. Aber sie muss endlich ihr Leben wieder in die Hand nehmen und sich selbst verwirklichen!



Ich bin nicht wie sie

17. Oktober 2011

Warum ich das Ganze überhaupt erzähle? ich glaube, ich versuche, mir selber verständlich zu machen, warum ich so ein miserables Verhältnis zu meiner Mutter besitze. Ich bin nämlich, im Gegensatz zu ihrer früher, alles andere als sportlich und beliebt. Ich mache keinen Sport, ich mache Musik. Und ich brauche weder 23 einigermaßen gute Bekannte, noch 32489 Facebook Freunde, nein, ich brauche meine zwei besten Freunde und meine beste Freundin. Punkt. Meine Mutter aber will ihre verpatzte Tennis Karriere durch mich wieder erleben, und hat mich schon mit vier Jahre dazu gezwungen, einen Schläger in die Hand zu nehmen und zu spielen. Vielleicht hasse ich deswegen den Sport so sehr.

Der Fluch meiner Eltern

11. Oktober 2011

Meine Mutter war immer wahnsinnig vernarrt in meinen Vater. Sie hat ihn angehimmelt. Ich glaube auch, dass das ganze keine Liebe war, sondern eine Art Fluch, sowas wie das Stockholm Syndrom. Sie hat meinen Vater vergöttert, also hat er sie noch schlechter behandelt. Und unter seinen Scheffel gestellt. Ich glaube, dass meine Mutter in der Beziehung zwischen meinen Eltern kaum etwas zu sagen hatte. Aber das machte ihr nichts aus, weil sowieso alles richtig war, was er sagte. Meine Mutter hat sich also immer noch mehr zurückgezogen und hat am Ende nicht einmal mehr Tennis gespielt, obwohl ihr das immer wichtiger war als ihr Job. Aber den musste sie natürlich weiterhin ausüben, denn mein Vater hat wohl nicht so viel verdient. Aber irgendwann wurde es meinem Vater zu langweilig, zumal mit einem kleinen Kind, und er machte einen Abflug. Meine Mutter blieb ziemlich verhärmt zurück.

Willkommen bei Interblog.de!

6. Oktober 2011

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Meine Mutter und ich

6. Oktober 2011

Meine Mutter und ich hatten schon immer ein sehr schwieriges Verhältnis. Das liegt, glaube ich, am allermeisten daran, dass meine Mutter immer eine sehr stolze und starke Frau war, bis mein Vater sie verlassen hat. Früher war sie wunderbar selbstbewusst, hatte eine tolle Ausstrahlung und war sehr sportlich. Jedes Jahr war sie Vereinsmeisterin in ihrem Tennisverein, war Mannschaftsführerin, bei allen beliebt und hatte obendrein einen ziemlich guten Job als Rechtsanwältin. Und dann lernte sie meinen Vater kennen. Ich kann mich kaum an ihn erinnern, da ich erst 4 war, als er uns verlassen hat, aber meine Mutter erzählt ständig, dass er dominant, herrisch und intolerant gewesen sei. Warum sie dann mit ihm zusammen gewesen ist, frage ich dann manchmal. Sie habe einfach so sehr in seinem Bann gestanden, dass sie alles Wesentliche aus den Augen verloren habe damals. Alles, was ihr wichtig war, ist in den Hintergrund gerückt.


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